Warken verteidigt Griff in die Apothekenkasse – HAV nimmt Gesundheitsminister Linnemann in die Pflicht
Linnemann muss Fehlentscheidung überprüfen und die Erhöhung des Apotheken-abschlags zurücknehmen
Offenbach am Main - Freitag, 31.07.2026

Die inzwischen ins Bundeskanzleramt gewechselte Nina Warken hat noch in ihrer damaligen Funktion als Bundesgesundheitsministerin auf die Kritik des Vorsitzenden des Hessischen Apothekerverbandes, Holger Seyfarth, an der Erhöhung des Apothekenabschlags reagiert. In ihrem Schreiben bezeichnet sie die zusätzliche Belastung der Apotheken als Teil eines „ausgewogenen Gesamtpakets“ zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung.


Der Hessische Apothekerverband weist diese Darstellung entschieden zurück. Der Apothekenabschlag soll von 1,77 Euro auf 2,07 Euro je abgegebener Packung steigen. Damit wird ein erheblicher Teil der zuvor als Stärkung der Apotheken angekündigten Honorarverbesserung unmittelbar wieder einkassiert.


„Die Bundesregierung verkauft eine längst überfällige Teilkorrektur unseres Honorars als große Unterstützung und greift den Apotheken gleichzeitig wieder in die Kasse. Das ist kein ausgewogenes Gesamtpaket, sondern politische Buchführung zulasten der Vor-Ort-Apotheken“, erklärt Holger Seyfarth. „Nach mehr als einem Jahrzehnt ohne angemessenen Ausgleich für gestiegene Personal-, Energie- und Betriebskosten ist ein zusätzlicher Zwangsrabatt nicht akzeptabel.“


Der HAV nimmt nun den neuen Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann in die Pflicht. „Ein Ministerwechsel darf sich nicht auf ein neues Namensschild beschränken. Herr Linnemann muss diese Fehlentscheidung überprüfen und die Erhöhung des Apothekenabschlags zurücknehmen“, fordert Seyfarth. „Wer die Apotheken vor Ort tatsächlich stärken will, darf ihnen die angekündigte Verbesserung nicht durch die Hintertür wieder wegnehmen.“


Der Hessische Apothekerverband werde bei diesem Thema nicht lockerlassen: „Unsere Mitglieder können sich darauf verlassen, dass wir ihre wirtschaftlichen Interessen mit Nachdruck vertreten. Wir werden den neuen Minister an seinen Entscheidungen messen und den politischen und öffentlichen Druck aufrechterhalten.“

Dieser Seiteninhalt wurde erstellt am 31.07.2026. Letzte Änderung am 31.07.2026.